NAS kaufen: 7 Kriterien für Speicherbedarf, RAID & Leistung
Ein NAS kaufst du nicht nach der Zahl der Laufwerksschächte oder dem Preis des Gehäuses. Entscheidend ist, ob Kapazität, Leistung, Netzwerk und Erweiterungsmöglichkeiten zu deinem Bedarf in drei bis fünf Jahren passen.
Die sieben Kriterien bauen aufeinander auf: Der Speicherbedarf bestimmt die Schächte, die Schächte bestimmen das RAID, die Anwendungen bestimmen den Prozessor, und erst am Ende steht das Modell.

1. Berechne deinen Speicherbedarf für drei bis fünf Jahre
Zähle nicht nur, was heute auf Computer, Smartphone und externen Festplatten liegt. Rechne neue Fotos, Videos, Computer-Backups, Snapshots und Dateiversionen dazu.
Benötigte Kapazität = heutiger Datenbestand + jährliches Wachstum × Planungszeitraum + 20 % Reserve
Kleiner Bedarf: 2 TB heute, 0,5 TB Wachstum pro Jahr. Nach vier Jahren sind das 4 TB, mit Reserve 5 TB. Zwei 8-TB-Festplatten in RAID 1 reichen aus und liefern 8 TB Nutzkapazität, nicht 16 TB, weil die zweite Platte spiegelt.
Unser Beispiel für die nächsten Schritte: 5 TB heute, 1,5 TB Wachstum pro Jahr. Nach vier Jahren sind das 11 TB, mit Reserve rund 14 TB. In einem 2-Bay-NAS brauchst du dafür zwei 16-TB-Festplatten in RAID 1. In einem 4-Bay-NAS reichen vier 6-TB-Festplatten in RAID 5 für 18 TB Nutzkapazität.
Bei den Laufwerken ist der 4-Bay-Weg günstiger: Vier Seagate IronWolf 6 TB zu rund 260 € kosten 1.040 €. Zwei IronWolf 16 TB zu rund 690 € kosten 1.380 €. Das 4-Bay-Setup liefert 2 TB mehr und spart bei den Platten 340 €. Preisstand 11. September 2026.

2. Wähle Laufwerksschächte und RAID nach deinem Ausbauplan
Mit dem Bedarf aus Schritt 1 ist die Schachtfrage fast entschieden: Unter 8 TB reicht RAID 1 in zwei Schächten, darüber wird das 4-Bay-Gehäuse mit kleineren Platten günstiger.
Ein 2-Bay-NAS passt, wenn dein Bedarf in eine einzelne Festplattengröße passt. Sind beide Schächte belegt, lässt sich keine dritte Platte ergänzen; für mehr Kapazität ersetzt du beide Laufwerke nacheinander durch größere.
Ein 4-Bay-NAS eröffnet drei Möglichkeiten, die ein 2-Bay nicht hat: drei oder vier Laufwerke in RAID 5, vier Laufwerke in RAID 6 oder RAID 10, und einen freien Schacht für Erweiterung oder ein Hot-Spare-Laufwerk.
| RAID | Mindestens | Nutzbar | Verkraftet |
|---|---|---|---|
| RAID 1 | 2 Platten | Hälfte | 1 Ausfall |
| RAID 5 | 3 Platten | Alle minus eine | 1 Ausfall |
| RAID 6 | 4 Platten | Alle minus zwei | 2 Ausfälle |
| RAID 10 | 4 Platten | Hälfte | 1 Ausfall pro Spiegelpaar |
UGOS Pro migriert einen Speicherpool von RAID 1 auf RAID 5. Du kannst also mit zwei Laufwerken in RAID 1 beginnen, später eine ungenutzte Platte ergänzen und den Pool umstellen. Vor jeder RAID-Umstellung bleibt ein unabhängiges Backup Pflicht.
Ein Hot Spare braucht ebenfalls einen freien Schacht. Bei RAID 5 aus drei Laufwerken dient der vierte Schacht entweder der Kapazitätserweiterung oder dem Hot Spare, nicht beidem. Für unser Beispiel mit 4 × 6 TB sind alle vier Schächte belegt; wer einen freihalten will, nimmt 3 × 8 TB in RAID 5 für 16 TB.
Schwankst du noch zwischen zwei und vier Schächten, rechnet unser Vergleich 2-Bay oder 4-Bay NAS: Welche Größe passt zu dir? beide Wege mit konkreten UGREEN-Modellen durch.

3. Wähle die Laufwerke
Für 4 × 6 TB in RAID 5 brauchst du vier gleich große CMR-Laufwerke aus einer NAS-Serie. Die Laufwerke bestimmen nicht nur die Kapazität, sondern auch Lautstärke, Stromverbrauch, Geschwindigkeit und Rebuild-Zeit. UGREEN NAS werden ohne Laufwerke geliefert.
- Das Laufwerksmodell steht auf der Kompatibilitätsliste des NAS.
- CMR-Laufwerke, keine SMR.
- Gleich große Laufwerke; bei gemischten Größen zählt die kleinste Platte für alle.
- NAS-Serien für Dauerbetrieb: Seagate IronWolf, WD Red Plus, Toshiba N300.
- Ein Austauschlaufwerk ist mindestens so groß wie das kleinste RAID-Laufwerk.
M.2-NVMe-SSDs ersetzen die SATA-Festplatten nicht. Im DXP2800 und DXP4800 Plus laufen sie als eigener Speicherpool oder als Cache. Für Docker-Container, Datenbanken und täglich bearbeitete Dateien gehört eine SSD in den M.2-Slot; Foto-, Video- und Backup-Archive bleiben auf HDDs wirtschaftlicher.
4. Leite Prozessor und Arbeitsspeicher aus den Anwendungen ab
Kapazität und RAID sagen nichts darüber, ob das NAS Plex transcodieren oder eine VM ausführen kann. Das entscheidet der Prozessor. Für Backups, Fotoarchiv, Dokumente und private Cloud reicht jedes Modell; Rechenleistung wird relevant, sobald Serveraufgaben dazukommen.
| Nutzung | Erforderliche Technik | Empfohlene UGREEN NAS-Modelle |
|---|---|---|
| Backups, Fotos, Dokumente | Dateidienste, SATA-Kapazität | Alle Modelle |
| Plex oder Jellyfin mit Transcoding | Intel Quick Sync | DXP2800, DXP4800 Plus |
| Docker: Paperless-ngx, Vaultwarden, AdGuard Home | Docker, 8 GB RAM | DXP2800, DH4300 Plus, DXP4800 Plus |
| Virtuelle Maschinen | VM-Unterstützung, erweiterbarer RAM | DXP2800, DXP4800 Plus |
| Videoprojekte über das Netz | M.2-SSD und 10 GbE | DXP4800 Plus |
Beim Medienserver zählt der Unterschied zwischen Direct Play und Transcoding. Spielt Fernseher oder Tablet das Format direkt ab, braucht das NAS kaum Leistung. Muss es Auflösung oder Codec umwandeln, entscheidet Quick Sync, und das haben nur die Intel-Modelle.
Das DXP2800 hat 8 GB DDR5, erweiterbar auf 16 GB. Das reicht für mehrere Container und eine kleine VM. Das DXP4800 Plus geht bis 64 GB und trägt mehrere VMs. Das DH4300 Plus hat 8 GB fest verlötet, unterstützt Docker mit ARM-Images, aber keine VMs und kein Quick Sync.

5. Prüfe das Netzwerk vom NAS bis zum Computer
Der Prozessor liefert Daten nur so schnell, wie der Netzwerkweg sie durchlässt. Die Übertragungsrate bestimmt die langsamste Komponente: NAS-Port, Switch, Kabel, Netzwerkadapter im Computer, Laufwerke.
| Verbindung | Maximum | Reicht für |
|---|---|---|
| 1 GbE | 125 MB/s | Backups, Fotos, Dokumente, Streaming |
| 2,5 GbE | 312,5 MB/s | Große Dateien, mehrere Geräte, RAW-Archive |
| 10 GbE | 1.250 MB/s | Videoschnitt über das Netz, M.2-Speicher, mehrere schnelle Clients |
Die realen Werte liegen durch Protokoll-Overhead und Laufwerksleistung darunter. Eine einzelne HDD liefert rund 200 MB/s und bremst einen 10-GbE-Port, bevor er ausgelastet ist. 10 GbE lohnt sich nur mit M.2-SSDs im NAS und einem 10-GbE-Adapter im Computer.
Mehrere LAN-Ports verdoppeln nicht die Geschwindigkeit einer einzelnen Übertragung. Zwei 2,5-GbE-Ports versorgen zwei Clients mit je 312,5 MB/s oder sichern gegen Portausfall ab.
6. Berechne die vollständigen Kosten
Gehäuse, vier Laufwerke, eventuell Switch und Adapter, fünf Jahre Strom: Erst bestückt lassen sich beide Wege aus Schritt 1 vergleichen.
Gesamtkosten = NAS + Laufwerke + RAM oder SSDs + Netzwerkhardware + Strom + unabhängiges Backup
| DH2300, 2-Bay | DH4300 Plus, 4-Bay | |
|---|---|---|
| Gehäuse | 199,99 € | 339,99 € |
| Laufwerke | 2 × 16 TB IronWolf, 1.380 € | 4 × 6 TB IronWolf, 1.040 € |
| Nutzkapazität | 16 TB in RAID 1 | 18 TB in RAID 5 |
| Strom, 5 Jahre | ca. 200 € | ca. 330 € |
| Gesamt | ca. 1.780 € | ca. 1.710 € |
Die Stromkosten setzen dauerhaft aktive Laufwerke bei 0,33 € pro kWh an: DH2300 13,72 W, DH4300 Plus 22,89 W. Mit Laufwerksruhezeiten halbiert sich der Wert etwa.
Dazu kommen 2,5-GbE-Switch und Adapter, falls nötig, und eine USB-Festplatte oder ein Cloud-Ziel für die getrennte Kopie aus Schritt 7.
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7. Plane Backup, Snapshots und Fernzugriff vor dem Kauf
Das bestückte System aus Schritt 6 hält Daten verfügbar, aber nicht sicher. Ein NAS sichert Computer und Smartphones automatisch; das macht es noch nicht zur Backup-Strategie. Drei Ebenen:
- RAID hält das NAS bei einem Laufwerksausfall verfügbar.
- Snapshots halten frühere Zustände eines Btrfs-Volumes fest und helfen bei versehentlichem Löschen und Ransomware, liegen aber auf demselben Gerät.
- Unabhängiges Backup liegt auf einem anderen Medium oder an einem anderen Ort.
UGOS Pro sichert das NAS nach Zeitplan auf eine angeschlossene USB-Festplatte, die du danach auswirfst und getrennt lagerst. Für 14 TB ist das eine 16-TB-USB-HDD, die in die Gesamtkosten gehört. Die Umsetzung nach der 3-2-1-Backup-Regel beschreibt der verlinkte Artikel.
Welches UGREEN NAS passt zu deinem Anforderungsprofil?
| Modell | Geeignet für | Entscheidende Ausstattung |
|---|---|---|
| DH2300 | Backups und private Dateiablage | 2 SATA, 1 GbE, 4 GB RAM, kein Docker |
| DXP2800 | 2-Bay-Medienserver, Docker und VMs | Intel N100, Quick Sync, 2,5 GbE, bis 16 GB RAM |
| DH4300 Plus | Wachsende Archive und RAID 5 | 4 SATA, 2,5 GbE, 8 GB fester RAM, ARM-Docker |
| DXP4800 Plus | 4-Bay-Transcoding, Docker, VMs und 10 GbE | Intel 8505, Quick Sync, bis 64 GB RAM |
Alle Modelle findest du in der UGREEN NAS-Speicher.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich bei einem 4-Bay-NAS alle Festplatten sofort kaufen?
Nein. Du kannst mit zwei gleich großen Laufwerken in RAID 1 beginnen. Später lässt sich ein drittes ungenutztes Laufwerk ergänzen und der Speicherpool in UGOS Pro von RAID 1 auf RAID 5 migrieren. Das neue Laufwerk muss mindestens so groß wie das kleinste vorhandene RAID-Laufwerk sein.
Ist RAID 5 oder RAID 6 besser?
RAID 5 bietet bei vier Laufwerken die Kapazität von drei Laufwerken und toleriert einen Ausfall. RAID 6 stellt die Kapazität von zwei Laufwerken bereit, kann dafür aber zwei gleichzeitige Laufwerksausfälle verkraften. Bei großen Laufwerken und langen Rebuild-Zeiten bietet RAID 6 mehr Schutz.
Brauche ich 10 GbE?
Für normale Backups, Fotos und Medienwiedergabe reichen 1 oder 2,5 GbE. 10 GbE lohnt sich für große Videodateien, NVMe-Speicher, mehrere schnelle Clients oder Arbeitsabläufe, bei denen Übertragungszeit unmittelbar Arbeitszeit kostet.
Ersetzt ein NAS mein Backup?
Nein. RAID schützt vor einem Laufwerksausfall, nicht vor gelöschten Dateien, Ransomware, Diebstahl oder einem Schaden am gesamten NAS. Mindestens eine weitere Datenkopie sollte außerhalb des Speicherpools liegen.
Fazit
Rechne den Speicherbedarf für drei bis fünf Jahre, leite daraus Schächte und RAID ab, wähle Prozessor und RAM nach den Anwendungen, prüfe den Netzwerkweg bis zum Computer, und vergleiche bestückte Systeme statt leerer Gehäuse. Ab etwa 10 TB Bedarf ist ein 4-Bay-NAS mit kleineren Platten meist der günstigere Weg; darunter reicht ein 2-Bay. Transcoding und VMs entscheiden zwischen DH- und DXP-Serie.