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NAS für Videobearbeitung: So wählst du das richtige Modell

#NAS speicher Leitfaden für den Kauf

NAS für Videobearbeitung: So wählst du das richtige Modell

05/02/2025

Du kannst 4K- und 8K-Videos direkt von einem NAS bearbeiten, wenn Speicherpool und Netzwerk den Datenstrom deiner Timeline dauerhaft liefern. Codec-Bitrate, Anzahl der Videospuren und gleichzeitige Schnittplätze bestimmen die benötigte Leistung.

Für Proxys und stark komprimiertes Material kann 2,5 GbE ausreichen. Mehrere hochbitratige 4K-Spuren benötigen 10 GbE und einen schnellen HDD-, SSD- oder NVMe-Pool.

UGREEN All-Flash NAS-Speicher ist ein guter Assistent für Video-Editoren.

Berechne den benötigten Durchsatz

Ein Videoschnitt-NAS muss alle gleichzeitig wiedergegebenen Spuren ohne Unterbrechung lesen können. Dafür verwendest du diese Planungsformel:

Benötigter Durchsatz = Videobitrate ÷ 8 × gleichzeitige Spuren × 1,25

Die Division durch acht wandelt Mbit/s in MB/s um. Der Faktor 1,25 schafft Reserve für Audio, Netzwerkprotokolle, Vorschaudateien und kurzfristige Lastspitzen.

Ein Beispiel:

  • Bitrate pro Videospur: 400 Mbit/s
  • gleichzeitig wiedergegebene Spuren: 3
  • reiner Videodurchsatz: 400 ÷ 8 × 3 = 150 MB/s
  • mit 25 Prozent Reserve: rund 190 MB/s

Eine 1-GbE-Verbindung liefert praktisch ungefähr 110 MB/s und ist dafür zu langsam. 2,5 GbE erreicht etwa 280 bis 300 MB/s und kann diesen einzelnen Schnittplatz versorgen. Damit ist jedoch erst das Netzwerk geprüft. Der Speicherpool muss dieselben 190 MB/s ebenfalls dauerhaft liefern.

Typische Bitraten gängiger Videoformate

H.264 und H.265 besitzen keine feste Bitrate. Kamera, Aufnahmeprofil, Farbtiefe und Bildrate können den Wert deutlich verändern. Die ersten beiden Tabellenzeilen sind deshalb Beispielprofile, während die ProRes-Werte auf Apples Zieldatenraten beruhen.

Beispielprofil in UHD Bitrate Pro Spur
H.264-Aufnahmeprofil mit 100 Mbit/s 100 Mbit/s 12,5 MB/s
H.265-Aufnahmeprofil mit 150 bis 200 Mbit/s 150 bis 200 Mbit/s 18,8 bis 25 MB/s
Apple ProRes 422 HQ, 25p 737 Mbit/s 92 MB/s
Apple ProRes 422 HQ, 30p 884 Mbit/s 110,5 MB/s
Blackmagic RAW 5:1, 25/30p etwa 520 bis 620 Mbit/s etwa 65 bis 78 MB/s

Apple veröffentlicht die ProRes-Zieldatenraten im Apple ProRes White Paper. Die Blackmagic-RAW-Werte lassen sich aus den offiziellen Aufnahmezeiten im Blackmagic Pocket Cinema Camera Manual ableiten. Bei anderen Auflösungen, Kompressionsstufen oder Kameras ändern sich die Werte.

Drei Spuren ProRes 422 HQ in UHD 25p benötigen einschließlich Reserve:

737 Mbit/s ÷ 8 × 3 × 1,25 = rund 346 MB/s

Bei UHD 30p steigt der Wert auf etwa 414 MB/s. Beide Workflows überschreiten die praktische Grenze von 2,5 GbE und benötigen 10 GbE.

HDD-Pool, SSD-Pool oder beides?

Eine schnelle Netzwerkverbindung kann einen langsamen Speicherpool nicht ausgleichen. Ebenso bleibt ein NVMe-Pool hinter einer 1-GbE-Verbindung auf ungefähr 110 MB/s begrenzt.

HDDs für große Medienbestände

HDDs eignen sich besonders für:

  • große Medienarchive
  • abgeschlossene Projekte
  • Originalmaterial mit moderater Bitrate
  • Sicherungskopien
  • Proxy-Workflows

Verwende CMR-Laufwerke, die für den NAS-Betrieb freigegeben sind. Konkrete Modelle findest du in unserem Ratgeber zur Auswahl kompatibler NAS-Festplatten und SSDs.

SSDs und NVMe für aktive Projekte

Ein SSD- oder NVMe-Pool bietet kurze Zugriffszeiten und gleichmäßigeren Durchsatz:

  • aktive Projekte auf SSD oder NVMe
  • Originalmaterial und abgeschlossene Projekte auf HDDs
  • Cache und Renderdateien auf der lokalen NVMe-SSD des Schnittrechners
  • Sicherung auf einem getrennten Speicherziel

Welche Verbindung braucht dein Schnittplatz?

Die Verbindung zwischen NAS und Schnittrechner bildet die nächste Leistungsgrenze:

Verbindung Realistische Planungsgröße Geeignet für
1 GbE etwa 110 MB/s Proxys, Verwaltung und leichtes 4K
2,5 GbE etwa 280 bis 300 MB/s einzelner 4K-Arbeitsplatz
10 GbE mit HDD-RAID ungefähr 400 bis 600 MB/s hochbitratiges 4K und kleine Teams
10 GbE mit SSD-Pool ungefähr 900 bis 1.100 MB/s RAW, Multicam und mehrere Spuren
Thunderbolt-Direktverbindung durch Speicherpool, SMB und Client begrenzt unterstützte Modelle und leistungsstarke Einzelplätze

Für 10 GbE benötigen NAS, Switch und Schnittrechner passende Anschlüsse. Bei einem einzelnen Arbeitsplatz kannst du den 10-GbE-Port des NAS auch direkt mit dem Rechner verbinden und beiden Geräten feste IP-Adressen zuweisen. Ein zusätzlicher 2,5-GbE-Port verbindet das NAS gleichzeitig mit dem normalen Heim- oder Büronetz.

Zwei 10-GbE-Ports ergeben über Link Aggregation keine einzelne 20-Gbit/s-Verbindung für einen Cutter. LACP verteilt mehrere Verbindungen auf beide Ports. Davon profitieren mehrere Arbeitsplätze, ein einzelner normaler SMB-Datenstrom bleibt an einen Port gebunden.

WLAN eignet sich für Dateiverwaltung, Review und Proxys. Für hochbitratige Originaldateien bietet kabelgebundenes Ethernet einen gleichmäßigeren Durchsatz und eine stabilere Latenz.

Thunderbolt bleibt eine Netzwerkverbindung

DXP480T Plus, DXP6800 Pro und die DXP8800-Serie unterstützen eine direkte Thunderbolt-Verbindung zwischen NAS und Computer. UGOS Pro weist dieser Verbindung eine eigene IP-Adresse zu. Anschließend greifst du über den UGREEN-Client oder eine SMB-Freigabe auf das NAS zu.

Der Speicher erscheint dadurch nicht als lokale Thunderbolt-Festplatte. Der praktische Durchsatz wird weiterhin von Speicherpool, SMB-Konfiguration und Client begrenzt.

Erreicht dein Mac über 10 GbE nicht die erwartete Leistung, prüfe die SMB-Signierung und den Umgang mit .DS_Store-Dateien. Änderungen an der SMB-Signierung wirken sich auf die Sicherheit aus und gehören nur in ein vertrauenswürdiges lokales Netzwerk. Weitere Hinweise findest du in unserem Ratgeber zum Verbinden eines Mac mit dem NAS.

Welches UGREEN NAS passt zu deinem Videoschnitt?

Für unsere aktuelle DXP-Serie ergibt sich folgende Einordnung:

Modell Sinnvolle Konfiguration Einsatz und Grenze
DXP2800 M.2-Projektpool, 2 HDDs in RAID 1, 2,5 GbE Einzelner Cutter bis etwa 250 MB/s; kein 10 GbE
DXP4800 Plus 4 HDDs in RAID 5 oder M.2-Projektpool, 10 GbE Direkter 4K-Schnitt und kleine Teams
DXP480T Plus 4 M.2-NVMe-SSDs, 10 GbE oder Thunderbolt Leiser All-Flash-Arbeitsplatz; höhere Kosten pro TB
DXP6800 Pro 6 HDDs plus 2 M.2-SSDs, 2 × 10 GbE oder Thunderbolt Mehrere Cutter und großes Medienarchiv
DXP8800 Plus 8 HDDs plus 2 M.2-SSDs, 2 × 10 GbE oder Thunderbolt Größere Teams und hoher Kapazitätsbedarf

Das DXP2800 passt zum berechneten 190-MB/s-Workflow, wenn die aktiven Projektdateien auf dem M.2-Pool liegen. Für drei Spuren ProRes 422 HQ reicht 2,5 GbE dagegen nicht mehr. Das DXP4800 Plus ist dann die bessere Ausgangsbasis: Vier SATA-Schächte erlauben einen schnelleren RAID-Pool, die beiden M.2-Steckplätze können aktive Projekte aufnehmen und der 10-GbE-Port bietet genügend Netzwerkreserve.

Das DXP480T Plus richtet sich an Cutter, die einen leisen All-Flash-Pool mit kurzen Zugriffszeiten benötigen. Das DXP6800 Pro verbindet sechs SATA-Schächte, zwei M.2-Steckplätze, zwei 10-GbE-Ports und Thunderbolt. Es eignet sich für Teams, die aktiven Projektspeicher und ein größeres Archiv in einem System zusammenführen. Das DXP8800 Plus erweitert diesen Ansatz auf acht SATA-Schächte.

DH2300 und DH4300 Plus eignen sich für Archivierung, Sicherungen und Proxy-Workflows. Für hochbitratigen direkten Schnitt empfehlen wir ein DXP-Modell mit 10 GbE.

Alle aktuellen Modelle findest du in unserer Übersicht der UGREEN NAS-Systeme.

UGREEN NAS-Serie

Drei praxistaugliche Videoschnitt-Workflows

Ein Cutter mit direktem NAS-Zugriff

Ein einzelner Cutter speichert Originalmedien und Projektdateien zentral auf dem NAS. Cache, Vorschaudateien und Renderziele bleiben auf der lokalen NVMe-SSD.

Beim berechneten Bedarf von 190 MB/s passt das DXP2800 mit M.2-Projektpool und 2,5 GbE. Nutzt du drei Spuren ProRes 422 HQ oder planst du zusätzliche Arbeitsplätze, wähle das DXP4800 Plus mit 10 GbE.

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Kleines Team mit gemeinsamen Medien

Mehrere Cutter greifen auf denselben Medienordner zu, arbeiten aber nicht gleichzeitig in derselben ungeschützten Projektdatei. Die Projektverwaltung erfolgt über die Kollaborationsfunktion der Schnittsoftware.

Jeder Arbeitsplatz erhält eine eigene 10-GbE-Verbindung, wenn er hochbitratige Originaldateien bearbeitet. Zwei 10-GbE-Ports am DXP6800 Pro oder DXP8800 Plus können mehrere parallele Clients versorgen. Lokale Caches verhindern, dass Vorschaudateien und Renderprozesse den gemeinsamen Pool unnötig belasten.

Videoschnitt von unterwegs

Für Fernzugriff bildet der Upload am Standort des NAS die Grenze. Ein Video mit 400 Mbit/s benötigt für eine Spur bereits 50 MB/s beziehungsweise 400 Mbit/s Upload, zuzüglich Reserve.

Drei Methoden funktionieren zuverlässiger:

  • Proxys auf das Notebook übertragen
  • kleinere Review-Dateien über den Fernzugriff bereitstellen
  • per Remote Desktop auf einen Schnittrechner im lokalen 10-GbE-Netz zugreifen

Die Originaldateien bleiben auf dem NAS. Über die Internetverbindung werden Proxys, Vorschaubilder oder der Bildschirminhalt übertragen.

RAID hält den Schnittplatz verfügbar

RAID Geeignet für
RAID 1 DXP2800 mit zwei Laufwerken
RAID 5 Vier oder mehr Laufwerke mit gutem Verhältnis aus Kapazität und Ausfallsicherheit
RAID 6 Große Laufwerke, lange Rebuild-Zeiten und Schutz bei zwei Laufwerksausfällen
RAID 10 Hohe Schreiblast und kurze Rebuild-Zeit bei 50 Prozent nutzbarer Kapazität

Für das DXP4800 Plus ist RAID 5 meist der praktikable Ausgangspunkt. Bei sechs oder acht großen HDDs bietet RAID 6 mehr Reserve, falls während des Rebuilds ein zweites Laufwerk ausfällt. RAID 10 priorisiert Leistung und Wiederherstellungszeit, stellt aber nur die Hälfte der Rohkapazität bereit.

RAID schützt den Betrieb bei Laufwerksausfällen. Btrfs-Snapshots helfen bei gelöschten oder unerwünscht veränderten Dateien. Gegen Geräteausfall, Diebstahl und schwere Beschädigung brauchst du zusätzlich eine geplante Kopie auf ein USB-Laufwerk, ein zweites NAS oder ein getrenntes Cloud-Ziel.

Weitere Details findest du in unserem Ratgeber zu RAID 1, RAID 5, RAID 6 und RAID 10.

Häufig gestellte Fragen zur Auswahl eines NAS für Fotografen

Reicht 2,5 GbE für 4K-Videobearbeitung?

2,5 GbE liefert praktisch ungefähr 280 bis 300 MB/s. Das reicht für viele komprimierte 4K-Formate und einen einzelnen Arbeitsplatz. Berechne die Bitraten aller gleichzeitig wiedergegebenen Spuren und füge 25 Prozent Reserve hinzu. Liegt das Ergebnis über 250 MB/s, ist 10 GbE die sicherere Wahl.

Welches UGREEN NAS eignet sich für einen einzelnen 4K-Cutter?

Für den im Artikel berechneten Bedarf von 190 MB/s reicht das DXP2800, wenn das aktive Projekt auf einem M.2-SSD-Pool liegt. Möchtest du mehrere ProRes-Spuren bearbeiten, 10 GbE nutzen oder den Speicher später mit zusätzlichen SATA-HDDs erweitern, passt das DXP4800 Plus besser.

Ist ein UGREEN NAS mit Thunderbolt eine lokale Festplatte?

Nein. Die Thunderbolt-Direktverbindung erstellt eine schnelle IP-Verbindung zwischen Computer und NAS. Der Speicher bleibt eine Netzwerkfreigabe und wird beispielsweise über SMB geöffnet.

Fazit

Der berechnete Timeline-Durchsatz führt direkt zum passenden System: Das DXP2800 verarbeitet den 190-MB/s-Beispielworkflow mit einem M.2-Projektpool über 2,5 GbE. Drei Spuren ProRes 422 HQ überschreiten diese Grenze und benötigen 10 GbE, beispielsweise am DXP4800 Plus.

DXP480T Plus bietet einen leisen All-Flash-Arbeitsplatz. DXP6800 Pro und DXP8800 Plus verbinden schnellen Projektspeicher mit einem großen HDD-Archiv für mehrere Cutter.

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